Ringschluss um das grüne Herz

Neubau des Direktionsgebäudes der Oldenburgischen Landesbrandkasse Wettbewerbsbeitrag von Dennes Janßen und Gruppe GME


https://www.oeffentliche-architekturwettbewerb.de/

Modellfoto - Verzahnung mit dem Neuen Stadtmuseum

Städtebau

Der Neubau des Direktionsgebäudes der Öffentlichen Versicherung Oldenburg entsteht an Oldenburgs prominentester Kreuzung, direkt gegenüber dem Lappan unmittelbar neben dem geplanten Neubau des Stadtmuseums. Die Fußgängerzone beginnt hinter besagter Kreuzung und auch der Hauptbahnhof ist nur ein paar Gehminuten entfernt. Der städtebauliche Anspruch ist unverkennbar hoch, auch angesichts der Herausforderung die unterschiedlichen Stadtbausteine des bestehenden Ensembles sensibel ergänzen zu wollen.

Der entwickelte Baukörper des Neubaus ist in seiner Außenwirkung eigenständig und identitätsstiftend. Das Volumen umschließt die Bestandsgebäude A und B der ÖVO und bildet mit Ihnen das neue, gesamtheitliche Direktionsgebäude.


Im Stadtraum nimmt sich der Neubau der ÖVO gegenüber dem geplanten Neubau des Stadtmuseum sensibel zurück und lässt den Blick vom Lappan aus auf den Vorplatz des Museums frei zu, ohne an Präsenz einzubüßen. Der Hochpunkt als Auftakt direkt an der Kreuzung zusammen mit dem dann ausgebildeten, vermittelnden Höhenversatz ermöglichen diesen Spagat. Die gezielte Transparenz der öffentlichkeitswirksamen Bereiche betonen den Eingang.


Grundsätzlich folgt die im stadträumlichen Gefüge wahrgenommene Geometrie des Neubaus dem Straßenverlauf der Moslestraße. Die westliche Stirnseite bildet die neue Adresse, markiert den Eingangsbereich und ist so ausgebildet, dass sie den Blick auf den Vorplatz und den Haupteingang des Museums freigibt, was diesen wiederum stärkt. Der Baukörper des Neubaus der ÖVO nimmt sich zurück, sodass eine platzbegleitende Figur entsteht. Durch die Auskragung und die Akzentuierung des Hochpunktes Ecke Moslestraße / Am Stadtmuseum entsteht dennoch ein eigenständiger, selbstbewusster Baukörper.


Im Hintergrund, also im Inneren des Neubaus vollzieht sich ein horizontaler Ringschluss mit den Bestandsgebäuden A und B. Gleichzeitig entsteht im Inneren des Ringschlusses ein hochwertiger, geradezu intimer, durchgrünter Außenraum, der den Mitarbeitern der Öffentlichen eine besondere Aufenthaltsqualität offeriert. Die räumliche Aufwertung der Bestandsgebäude und der Zusammenschluss mit dem Neubau sind das Ergebnis und ein wahrer Zugewinn. Es verzahnen sich die Bestandsgebäude A und B, die in einem 90° Winkel zueinander ausgerichtet sind, mit dem Neubau, der in Form eines L’s den Abschluss zur Stadt und das Gesicht zur Stadt neu formuliert.


Das Ziel einer durchgängigen Barrierefreiheit und die Umsetzung ausreichender Geschosshöhen zur Schaffung flexibler Arbeitswelten kann nur durch den Rückbau von Gebäude C und die geschickte Positionierung zweier vertikaler Erschließungskerne im Neubau im unmittelbaren Übergang zu den Bestandsgebäuden realisiert werden.

Fassaden + Materialität

Die Fassadenstruktur basiert ebenfalls auf einem 1,35 m Raster. Hierdurch kommt dem Innenausbau das höchste Maß an Flexibilität zugute. Die Betonfertigteilfassade legt sich wie ein Schleier über das Gebäude. Großzügig verglaste Flächen im Erdgeschoss definieren den Eingang. Die stringente Rasterstruktur wird durch in Clustern zusammengefasste, richtungswechselnde, geneigte Fassadenelemente unterbrochen. Es entsteht eine unterschwellige Gliederung des Volumens in kleinteiligere Flächen. Hierdurch wird die Großmassstäblichkeit aufgelöst. Je nach Lichteinfall entsteht ein anderes Bild für den Betrachter.


Visualsierung Horst-Janssen-Platz

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